Zu den Krawallen am vergangenen Freitag, Samstag und Sonntag ist schon so gut wie alles geschrieben worden – und alles hört sich irgendwie gleich an. Ist vielleicht etwas übersehen worden? 

Als ich mir am frühen Samstag Abend selbst ein Bild von der Lage im Schanzenviertel machte, fielen mir ein paar Details auf, die in den Berichten untergingen. 
Viele, oder die meisten Ladenbesitzer im Schulterblatt und Umgebung hatten ihre Fenster mit einem kleinen Schild versehen: „NO G20, spare our shop“, war dort immer wieder zu lesen.
Anders als die Fernsehbilder es vielleicht vermittelten, war bei Weitem nicht jedes Geschäft von eingeschlagenen Scheiben betroffen.
Ist es vorstellbar,, dass die Randalierer vielleicht nur diejenigen Geschäfte demolierten, die kein solches Pappschild vorsorglich hatten? 
Wenn ja, war die blinde Zerstörungswut gar nicht so blind, sondern absolut zielgerichtet. Die Frage ist dann, warum sich Geschäfte wie IKEA und Budnikowski dem nicht angschlossen haben?
G20 – Merkels trojanisches Pferd an Scholz?
Die Rücktrittsforderungen gegen Oberbürgermeister Olaf Scholz kommen hauptsächlich von der Opposition in Hamburg, der CDU. Seltsam dass aber genau Wunsch nach einem Gifpeltreffen in Hamburg genau von dieser Opposition kam, und zwar von der Chefin persönlich, Angela Merkel.
Hier drängt sich eine kleine Verschwörungstheorie auf: 
Ist es vorstellbar, dass Angela Merkel genau wusste, dass es zu solchen Schwierigkeiten kommen würde? Dass nicht alles so glatt ablaufen würde, wie geplant? Hatte Angela Merkel also Scholz Imageschaden kaltschnäuzig einkalkuliert, als sie ihn im letzten Jahr um die Ausrichtung des G20 bat? Ihm quasi ein „trojanisches Pferd“ verkaufte? Wenn ja, hatte sie ein Motiv? Ja.
Immerhin war Scholz bis zum Auftreten von Martin Schulz heiß gehandelter Kandidat gegen Frau Merkel. Zum Zeitpunkt der Absprache war recht klar, dass Sigmar Gabriel nicht Kanzlerkandidat werden würde, Martin Schulz war noch nicht auf der Bühne und Scholz freute sich großer Beliebtheit in der SPD. Er gilt als ruhig und besonnen. Mehrfach kursierten Gerüchte, er würde gegen Merkel antreten. 
Wer sich die Bilder von vorherigen G20-Gipfeln in Torronto ansieht, hätte wissen können, dass so weit kommen würde, wie es kam. 
Dass zwischendurch die SPD Sigmar Gabriel gegen Martin Schulz austauscht, konnte sie nicht ahnen. Aber da waren die Verträge schon unterzeichnet, die Planungen für G20 in Hamburg schon im Gange, und vielleicht hat sie Martin Schulz auch nicht als echte Bedrohung für sich gesehen. Ihr Ziel war ihr großer Gegner, Olaf Scholz, der jetzt in der Hamburger Bürgerschaft Rede und Antwort zum Ausmaß der Gewalt stehen muss. 
War es so?