In den letzten Wochen gab es eine hitzige Diskussion über eine Dokumentation über Anti-Semitismus im Nahen Osten, aber auch in Europa und Deutschland. Eine in Auftrag gegebene Dokumentation sollte plötzlich nicht gesendet werden. Der auftraggebene Sender ARTe verweigerte die Annahme des Endprodukts. Der WDR sendete a 21.6 dann doch den Film, allerdings mit eingeblendeten Anmerkungen. Am Donnerstag gab es eine Disksussionsrunde darüber im Rahmen des Grimme-Preises. 

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/video-umstrittene-tv-doku—diskussion-ueber-antisemitismus-100.html

Über die Kommentare vom WDR zur Sendung wunderte ich mich schon sehr, hätte aber nie gedacht, dass das tatsächlich Gegenstand der Runde wird. Docheiner der Teilnehmer hatte sich die Mühe gemacht und die WDR-Kommentare zu checken und brachte eine Liste mit in die Runde. Tatsächlich wurde darüber diskutiert, ob der Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas sich eindeutig antisemitisch äußerte und tatsächlich von Brunnenvergiftung sprach, sich einem uralten Mythos und Vorurteil bediente. Jörg Schönenborn warf ein, Abbas hätte ja gar nicht „Brunnen“ gesagt und meinte wirklich damit einen Punkt zu machen. Ist es nicht unerheblich, ob jemand tatsächlich das Wort Brunnen nennt, wenn er behauptet, die Israelis hätten das Wasser vergiftet – ebenso wie im uralten Mythos? Ist es tatsächlich erst dann antisemitisch, wenn er „Brunnen“ und „Vergiftung“ in einem Satz sagt?
Eine Frage stellt sich hier: Wie viel Sinn machen Diskussionsrunden im Fernsehen tatsächlich?